Dienstag, 13. Dezember 2011

Otway, Prom und alles dazwischen

Nach dem letzten Blogeintrag sind wir noch einmal zum Mt Schank gefahren, haben dort bei Wind und Wetter versucht zu kochen und ein weiteres Mal an diesem Ort genächtigt. Am nächsten Tag ging es auf dem direkten Weg nach Geelong, wo wir mal wieder lecker bekocht wurden und endlich warm duschen konnten! Am nächsten Morgen wurden dann vier Waschmaschinen im Waschsalon angeschmissen. Nachmittags waren wir in Torqay, wo Steffen kiten gegangen ist.
Nachdem dann alles gewaschen, aufgeladen und aufgefüllt war, konnten wir uns am Nikolaus-Morgen auf den Weg in den wunderschönen Otway National Park machen. Dieser liegt an der Great Ocean Road, aber auf unserem Weg nach Adelaide waren wir nur kurz durchgefahren.
In der Touristen-Info in  Apollo Bay haben wir eine Karte mit Wanderwegen und Campingplätzen bekommen. Danach haben wir unseren Plan, in Apollo Bay am Strand zu grillen realisieren wollen. Leider pustete der Wind uns so um die Ohren, dass das ganze alles andere als ein entspanntes BBQ wurde und wir am Ende einfach nur genervt unsere Buletten gemampft haben.
Etwas entspannter ging es weiter über den Aire River zum Johanna Beach. Dort gab es Free-Camping direkt am Strand und der Platz war entsprechend überfüllt. Am Abend hatten sich alle Wolken verzogen und gaben die Sicht frei auf einen bilderbuchreifen Sonnenuntergang.
für Tobi - Sonnenuntergang am Johanna Beach
Am nächsten Morgen ging es also in den Wald auf unsere ca. 5km lange Wanderung - oder nennen wir es mal lieber Spaziergang, um hier keine falschen Erwartungen zu wecken :)




Auf und ab durch den dichten Regenwald, aber ohne einen einzigen Koala! Da war ich ein wenig enttäuscht, denn bisher hatten wir nur einige Koalas über der Straße auf einem Ast schlafen sehen und da kann man ja immer schlecht anhalten und Fotos machen… Nach unserem kleinen Ausflug ging es wieder auf die kurvigen Straßen auf der Suche nach einem Schlafplatz. Der erste Platz war nicht genehm, der zweite nicht aufzufinden (wegen dem sind wir einen ca. 40 km großen Kreis durch die Pampa gefahren!) und als wir beim dritten und endgültigen Schlafplatz am Lake Colac ankamen, war es schon stockduster, weswegen wir uns leider mit einer Pizza trösten mussten…
Der Donnerstagmorgen begann mit „Crumpets“, einer geschmacklosen, tristen Mischung aus Pfannkuchen und Waffel, die wir nur aus Neugierde das erste und letzte Mal gekauft hatten. Trotzdem gesättigt ging es ins Freibad nach Ballarat, hauptsächlich wegen der Dusche, aber zufällig schien auch die Sonne und wir konnten ein paar Stunden faulenzen und unsere 1000m schwimmen.


Crumpets...
 Abends machten wir uns auf den Weg zu einem Camping-Platz Nähe Creswick, der, wie sich herausstellte, mitten im Wald lag. Zunächst fanden wir das auch ganz nett und ließen uns von all den Mücken und anderen Riesen-Insekten nicht stören. Doch als spätabends plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm losging, und zwar von einer auf die andere Minute (sehr seltsam, als hätten alle Grille im Wald zum selben Zeitpunkt angefangen zu zirpen), wurde es uns doch ein bisschen zu unheimlich und wir ergriffen die Flucht durch den Wald. Zwangsläufig hielten wir also im nächst größeren Ort und schliefen dort in einer weniger unheimlichen Wohnsiedlung.
Nach einer ordentlichen Dosis Schlaf fühlten wir uns am Freitagmorgen gewappnet für den Weg durch Melbourne. Die Mission war, nicht auf sogenannte „Tollways“ zu kommen, da man sich dafür registrieren und bezahlen muss. Anscheinend führen aber fast alle Straßen Melbourns auf diese Strecken und so wurde das ein oder andere Mal in letzter Sekunde abgebogen und ein neuer Schlängelweg durch die Innenstadt gesucht. Das Straßensystem in Melbourne war so kompliziert, dass wir uns sogar verfahren haben, wenn wir einfach nur geradeaus fahren wollten – auch wenn es uns immer noch ein Rätsel ist, wie das geschehen konnte…


Die australische Art, Leute auf das Alkoholverbot am Steuer aufmerksam zu machen...
 Irgendwann war die Route aber geschafft und wir kamen wieder an die Küste. Es ging vorbei an French und Phillip Island und weiter durch Wonthaggi - wo kurz bei Aldi ein Getränke-Vorrat angelegt wurde – dann nach Inverloch, wo das wundervolle Stehrevier im Anderson Inlet bestaunt wurde und schließlich zum Shallow Inlet bei Sandy Point. Dort war leider gerade Ebbe, weswegen sich aber eine riesen Gruppe Pelikane versammelt hatte!


Ebbe im Shallow Inlet
Nachdem der ein oder andere Angler nach den Tiden befragt wurde, ging es zurück zu unserem Schlafplatz, dem „Bear Gully Campground“. Dieser kostenlose Platz war so beliebt, dass dort um die 30 Camps aufgeschlagen waren, mit allem Drum und Dran. Man muss dazu sagen, dass es dort auch wirklich aussah, wie auf einem richtigen Campingplatz, denn es waren einzelne Parzellen durch Zäune abgetrennt . Trotzdem gab es leider keine Dusche und aus dem Wasserhahn am Klohäuschen kam eine undefinierbare braune Brühe. Hier lernten wir unseren Nachbar Jeff kennen, einen Opi von „Tassy“ (Tasmanien) und als wir ihm erzählten, dass wir auch nach Tasmanien wollten, gab er uns sofort seine Handynummer „if you get into trouble…“. (Mittlerweile haben wir uns aber gegen Tasmanien entschieden. Wir haben noch einmal alles zeitlich überschlagen und Tasmanien würde unseren Zeitrahmen auf jeden Fall sprengen!)


Am Samstag ging es wieder zum Shallow Inlet. Dort war zwar diesmal Wasser, aber leider kein Wind. Also hieß es: Strandtag. Und als später das Wasser zurückging, entdeckten wir eine riesige Krabbenkolonie im Matsch und somit auch den Grund für die Pelikanversammlung am Vortag! 
ängstliches Pelikanfutter
Krabbensalat!
Steff hat zudem die erste richtig große Schlange auf der Straße gesehen, aber bisher konnten wir noch nicht herausfinden, um welche Art es sich handelte. Am Abend fuhren wir los, um an der Raststätte in Yanakie zu schlafen, es hatte mittlerweile angefangen, wie aus Eimern zu schütten.
In Yanakie trafen wir drei Backpacker aus Flensburg, die im Regen versuchten, ihr Zelt aufzubauen und während wir fünf im Regen standen und Schnäppchenjäger-Tipps austauschten, fuhr auf einmal ein silberner Pickup vor. Darin saß ein großer, junger Mann im grünen T-Shirt und rief aus dem offenen Fenster zu uns herüber. Leider war es aufgrund von Wind und Regen sehr laut und wir verstanden nur das typische australische Blabla, aber irgendwas von „dry“ und „TV“.
Eine der Flensburger, Hanna, meinte, seine Wegbeschreibung verstanden zu haben: „Da die Straße hoch und dann das erste Haus links“. Also entschieden wir, dass Steffen und ich vorfahren würden, um zu gucken, ob sie richtig lag. Da dort auch tatsächlich ein silberner Pickup stand, fuhren wir zurück und sagten den anderen Bescheid. Beim besagten Haus angekommen, klopften wir etwas unentschlossen an der Tür. Diese wurde geöffnet – aber der Mann der dann vor uns stand war klein und trug ein blaues T-shirt! Wir erklärten ihm unser Problem und beschrieben den anderen Mann, aber er wusste nicht, wen wir meinen könnten. Allerdings hätte er zufällig fünf freie Schlafräume und wir könnten gerne bei ihm übernachten! Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen und – mehr Glück als Verstand – zogen wir für eine Nacht bei Tom ein. Zum Dank warfen wir fünf unsere Vorräte zusammen und kochten Nudeln mit Tomaten-Wurst-Paprika-Sonstwas-Soße und lauschten bei einem Schluck Wein Toms Gruselgeschichte von „Mad Sarah“. Tom ist Brite, war zufällig auch lange Backpacker und hat sogar ein Backpackerhostel in Neuseeland geleitet! Nun will er sein eigenes Geschäft und hat gerade das schöne große Holzhaus in direkt vor dem Eingang von Wilsons Prom gekauft , um später Zimmer an Reisende zu vermieten.


bei Tisch
Tom und der Abwasch
Nach einer wohlig warmen Nacht in richtigen Betten trennten uns unsere Wege wieder (wobei Tom uns natürlich den Auftrag gab, möglichst viel Werbung für sein Business zu machen). Die drei Flensburger zog es in den National Park und uns an die See, denn es windete ganz ordentlich! Im Anderson Inlet bei Inverloch wurde der Tag ausgiebig genutzt und ich hatte nach langem Kampf endlich ein Aha-Erlebnis und konnte ein paar Meter in beide Richtungen fahren! Steffen hat sich ordentlich ausgetobt und abends fielen wir beide müde, aber glücklich in unser Auto-Bett auf der Raststätte in Yanakie.


Anderson Inlet
Tags darauf machten wir einen Ausflug in den Wilsons Promotory National Park. Zugegebenermaßen  waren wir ein bisschen faul und statt einer großen Wanderung machten wir nur einen kleinen Spaziergang an den wunderschönen Strand. Am Nachmittag machten wir Halt in der flachen Buschlandschaft am Eingang des Parks. Dort sahen wir nicht nur Emus, rosa Vögel und Kangaroos, sondern auch unseren ersten Wombat (leider war der Akku meiner Kamera dann leer, weswegen wir nur ein Handy-Foto haben)!!


ein Wombat!
Montag versuchten wir abermals zu kiten, aber der Wind war nicht auf unserer Seite und schlief immer wieder einfach ein. Also fuhren weiter nach Wonthaggi und schliefen dort, um am nächsten Morgen hier in der Bücherei zu sitzen und diesen Blogeintrag zu machen.
Morgen fahren wir nach Phillip Island und schlafen dort sogar auf einem Campingplatz mit richtigen warmen Duschen! Mal sehen, ob wir ein paar Pinguine zu Gesicht bekommen…

1 Kommentar:

Tobi hat gesagt…

Unglaublich schöner Sonnenuntergang! =D